Die Hure Babylon



Mitte des 12. Jahrhunderts, im fernen Orient ist die Kreuzritterstadt Odessa gefallen; ein Aufschrei geht durch Europa; der Papst ruft zu den Waffen; der Heilige Bernhard von Clairvaux zieht durch Frankreich und Deutschland und entfacht einen ungeheuren Sturm von religiösem Hass gegen die Ungläubigen.

Pilger ins Heilige Land
"Sie wollen mir meinen Liebsten nehmen."
Mit diesem Aufschrei der Fürstin Ermengarda von Narbonne beginnt der Roman. Nicht zu Unrecht fürchtet sie, ihren heimlichen Geliebten, den jungen Edelmann Arnaut, an die kirchlichen Kriegstreiber zu verlieren. Zu beiden Seiten des Rheins haben die Predigten des Heiligen Bernhard von Clairvaux einen Flächenbrand religiösen Hasses gegen die Heiden entfacht.

Zwei gekrönte Häupter scharen ihre Ritter um sich. Mehr als Vierzigtausend folgen ihnen, darunter auch Arnaut, der sich von der Sünde des gemeinsamen Ehebruchs reinigen will und Ermengarda schweren Herzens verlässt. Söldner, Abenteurer, Pilger, Frauen und Kinder, ein gewaltiger Strom an Mensch und Tier, wandert durch halb Europa, überquert den Bosporus und quält sich mitten im Winter durch die unwirtlichen Berge Anatoliens, von Hunger und Kälte geplagt, immer den Angriffen der Sarazenen ausgesetzt, die verbissen ihr Land verteidigen.

Während Ermengarda verlassen und tief verletzt dennoch auf seine Rückkehr hofft, verliert Arnaut im Angesicht dieses sinnlosen, bitteren Krieges mehr und mehr den Glauben an Gottes Gerechtigkeit. Der Roman erzählt von seinem abenteuerlichen Marsch ins Heilige Land, vom epischen Kampf zwischen Christen und Muslimen, von Streit und Mordintrigen unter den Fürsten, von der Tragik des jungen König Louis, den seine Gemahlin Eleonore betrügt und dessen frommer Traum an der eigenen Unzulänglichkeit scheitert.

Obwohl es sich um eine eigenständige Erzählung handelt, begegnen Leser vertrauten Figuren aus den beiden Vorgängerromanen ebenso wie vielen historischen Persönlichkeiten der Epoche. Die Handlung basiert auf Tatsachen und ist doch keine Chronologie des Kreuzzugs, eher die Geschichte zweier junger Menschen, die ihre Liebe für Sünde halten, und vom Kreuzzugswahn ihrer Zeit auseinander gerissen werden.

Die wichtigsten Personen


Arnaut de Montalban
ein junger Ritter, der Ermengarda verlässt, sich dem Frankenheer anschließt und bis zur letzten Schlacht Zeuge dieses unglücklichen Kreuzzugs wird.
Ermengarda von Narbona
Die schöne Fürstin von Narbonne, die vergeblich versucht, sich gegen die Kriegshetze der Zeit zu stemmen, während die ersten Ketzer nicht Gutes für den Süden verheißen.
Josselin de Puylaurens
Der undurchsichtige Gesandte der Königin Melisende von Jerusalem, dem Arnaut immer wieder unter bedrohlichen Umständen begegnet.
Bertran de Sant Gille
Der ehrgeizige Bastardsohn des Grafen Alfons von Toulouse, Anführer der Tolosaner Ritter und Arnauts Freund und Kampfgefährte.
König Louis VII
Der junge König und Anführer des Frankenheeres bricht mit frommen Wünschen für den Kreuzzug auf, findet sich bald aber überfordert.
Königin Eleonore von Aquitanien
Die Königin begleitet den Heerzug mit ihren Damen und allem höfischem Pomp und muss doch bald die bittere Wirklichkeit des Krieges erleben.
Severin
Er ist Arnauts Jugendfreund und Waffengefährte. Auf der gefährlichen Reise durch Anatolien trifft er die Liebe seines Lebens.
Constansa d'Escoralha
Eine junge Adelige die sich als kriegerische Amazone dem Heer angeschlossen hat, nicht ahnend, was ihr bevorsteht.
Bernard de Clairvaux
Der berühmte Abt und spätere Heilige, der mit seinen flammenden Predigten und politischem Einfluss den Kreuzzug überhaupt erst möglich gemacht hat.
Der Prinz von Antiochia
Der strahlende Fürst dieses wichtigen Kreuzfahrerstaates und Eleonores Oheim. Ihr schicksalhaftes Wiedersehen wird das Königreich Frankreich erschüttern.
Erscheint November 2012 als Hardcover.
Droemer Knaur
576 Seiten
HC: EUR 19,99
eBook: EUR 17,99

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Der lange Marsch durch Anatolien


König Louis brach 1147 von St Denis, nahe Paris auf. In Metz sammelten sich seine Heerscharen, überquerten den Rhein und begannen den langen Marsch nach Konstantinopel, das man 4 Monate später, Anfang Oktober, erreichte. Nach der Überquerung des Bosporus begann jedoch das härteste Wegstück. Zuerst an der Küste entlang, dann folgte man flussaufwärts dem Mäander, um schließlich in die Berge Anatoliens aufzusteigen. Ritter, Söldner, Pilger, Frauen und Kinder.

Es war Winter und die Versorgung völlig unzureichend. Die Leute hungerten und litten unter Schnee und Regen, starben an Krankheiten. Pferde und Maultiere brachen vor Erschöpfung zusammen, Gepäck und Ausrüstung musste zurückgelassen werden. Immer wieder war man Angriffen der Seldschuken ausgesetzt. Erst in Antiochia besserte sich die Lage. Doch dafür wurde das Kreuzfahrerheer nun mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Intrigen und Skandale auf höchster Ebene drohten die Einheit der westlichen Ritter zu zerstören.
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