Lesung in der Galerie49, München
03/01/13 15:45 Abgelegt in:Meine Romane
Am Freitag, den 11. Januar 2013, um 18:00 findet in der Galerie49, Agnesstr. 49 in München, eine gemeinsame Veranstaltung statt. Die Künstlerin Ursula Fuchs stellt eine Auswahl ihrer abstrakten Werke aus, während ich eine Lesung meines neuen Buches, Die Hure Babylon, abhalte. Dazu gibt es zu trinken, knabbern und diskutieren.
Ich finde, das ist eine interessante Kombination künstlerischer Betätigung. Wir hoffen auf rege Teilnahme.

Ich finde, das ist eine interessante Kombination künstlerischer Betätigung. Wir hoffen auf rege Teilnahme.

Comments
Erste Rezensionen zur "Hure Babylon"
03/11/12 12:19 Abgelegt in:Meine Romane, Rezensionen
Endlich ist mein neuer Roman an den Start gegangen und liegt in den Läden.
Das sind immer nervöse Tage, auch wenn ich mich langsam daran gewöhnen sollte. Trotzdem ist da dieses Lampenfieber und Nägelkauen, wie das Buch wohl aufgenommen wird. Ein Trost, dass mir viele Autorenkollegen bestätigen, es ginge ihnen nicht anders.
Umso mehr freue ich mich über die ersten positiven Rezensionen:
"Die Hure Babylon ist einer der intensivsten und spannendsten Romane aus der Epoche der Kreuzzüge. Grandiose, spannende Momente inmitten von Liebe, Leid und Kämpfen - überzeugend dargestellt."
(Rezension bei: Things, Books and More)
„Ein farbenprächtiger und hervorragend recherchierter Historienroman, dem es durch seine spannende, abenteuerliche Geschichte problemlos gelingt, einem die gefahrvolle Reise der Kreuzfahrer im 12. Jahrhundert näher zu bringen. Für mich einer der besten Historischen Romane, die ich seit langem gelesen habe.“
(Rezension bei: Belles Leseinsel)
„Ein berührender Roman, der aufzeigt, dass es keinen Grund gibt, Kreuzzüge zu glorifizieren, aber auch dass Glaube, Liebe und Hoffnung die drei wirklichen göttlichen Tugenden sind, auf die man bauen kann. Fazit: Empfehlenswert.“
(Rezension bei: Helga König)
Frau König hat außerdem noch ein interessantes Interview zum Buch gebracht.
Zum Interview ...
Es werden gewiss noch andere Rezensionen auftauchen, vielleicht nicht immer so positive. Aber zumindest kann ich mir das Nägelkauen jetzt wieder abgewöhnen.
Das sind immer nervöse Tage, auch wenn ich mich langsam daran gewöhnen sollte. Trotzdem ist da dieses Lampenfieber und Nägelkauen, wie das Buch wohl aufgenommen wird. Ein Trost, dass mir viele Autorenkollegen bestätigen, es ginge ihnen nicht anders.
Umso mehr freue ich mich über die ersten positiven Rezensionen:
"Die Hure Babylon ist einer der intensivsten und spannendsten Romane aus der Epoche der Kreuzzüge. Grandiose, spannende Momente inmitten von Liebe, Leid und Kämpfen - überzeugend dargestellt."
(Rezension bei: Things, Books and More)
„Ein farbenprächtiger und hervorragend recherchierter Historienroman, dem es durch seine spannende, abenteuerliche Geschichte problemlos gelingt, einem die gefahrvolle Reise der Kreuzfahrer im 12. Jahrhundert näher zu bringen. Für mich einer der besten Historischen Romane, die ich seit langem gelesen habe.“
(Rezension bei: Belles Leseinsel)
„Ein berührender Roman, der aufzeigt, dass es keinen Grund gibt, Kreuzzüge zu glorifizieren, aber auch dass Glaube, Liebe und Hoffnung die drei wirklichen göttlichen Tugenden sind, auf die man bauen kann. Fazit: Empfehlenswert.“
(Rezension bei: Helga König)
Frau König hat außerdem noch ein interessantes Interview zum Buch gebracht.
Zum Interview ...
Es werden gewiss noch andere Rezensionen auftauchen, vielleicht nicht immer so positive. Aber zumindest kann ich mir das Nägelkauen jetzt wieder abgewöhnen.
Die Rettung des Kölner Stadtgedächtnisses
Am 27. September 2012 empfangen Dr. Stefan Lafaire und seine Mitarbeiter uns Autoren, die am Gemeinschaftsroman „Die Vierte Zeugin“ mitgewirkt haben, um uns mit den Restaurationsbemühungen des Kölner Stadtarchivs vertraut zu machen. Dr. Lafaire ist der Vorstandsvorsitzende der Stiftung „Stadtgedächtnis“, die mit diesen Arbeiten beauftragt ist.
“Durch den Einsturz des Historischen Archivs verliert nicht nur Köln, sondern ganz Europa seine Identität. Würden wir die Archivalien nicht restaurieren, wäre unsere Geschichte von nun an manipulierbar”, sagt er und nennt uns ein paar beindruckende Zahlen. Vor dem katastrophalen Einsturz umfasste das Archiv 1.100 Jahre Geschichte und stellte mit seinen 700 Jahren ununterbrochener Sammlungstätigkeit eines der bedeutendsten, historischen Archive Europas dar. 30.000 Regalmeter Akten, 65.000 Urkunden aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit, allein 1.800 mittelalterliche Handschriften.
Wir waren fasziniert von der unglaublichen Sysiphus-Arbeit der Restaurationsbemühungen. In klimatisierten, staubfreien Hallen arbeitet unermüdlich eine ganze Heerschar weiß bekittelter Menschen, um das Gedächtnis der Stadt Köln wiederherzustellen.
Erstaunlich teilweise die Vorgehensweise. Nach dem Einsturz des Archivs lag praktisch alles unter Trümmern in einem riesigen Schlammloch. Die Dokumente wurden mit dem Bagger ans Tageslicht gefördert und zunächst mit Wasser abgespült, um den gröbsten Dreck abzuwaschen. Nach reiflicher Überlegung hatte man sich geeinigt, dies sei noch die schnellste und sanfteste Methode, um die schlimmsten Verunreinigungen zu entfernen.
Dann, um zerstörerischen Pilzbefall zu verhindern, wurden die nassen Dokumente sofort eingefroren und in diesem Zustand in großen Kühlhallen gelagert. Nacheinander werden sie nun hervorgeholt und in einer Gefriertrockenanlage getrocknet. Danach wird den Dokumenten die korrekte Feuchtigkeit wieder zugeführt, sie werden sanft geglättet und einzeln, von Hand, sorgfältig entstaubt, gereinigt, restauriert und neu archiviert. Eine Arbeit, die möglicherweise noch 20-30 Jahre dauern wird und bis zu 400 Millionen EURO verschlingen könnte. Man schätzt aber, dass dadurch bis zu 95% der Dokumente gerettet werden können. Allerdings hofft die Stiftung neben den Mitteln, die die Stadt bereitstellen kann, auf private Sponsoren und Spender.
Und um eine dieser Handschriften (siehe im Bild) ging es ja im Roman „Die Vierte Zeugin“. Denn „unser“ Dokument, eine alte Gerichtsakte aus dem Jahre 1535 existiert tatsächlich und konnte durch die Spenden des Autorenkreises Quo Vadis restauriert werden. Dieses alte und nun gerettete Pergament vor uns zu sehen, das war schon ein bewegender Augenblick. Ein gutes Gefühl, dass wir Autoren mit unserem Roman ein wenig dazu beitragen konnten, die gewaltigen Restaurierungsarbeiten der Stiftung zu würdigen und populärer zu machen.
“Durch den Einsturz des Historischen Archivs verliert nicht nur Köln, sondern ganz Europa seine Identität. Würden wir die Archivalien nicht restaurieren, wäre unsere Geschichte von nun an manipulierbar”, sagt er und nennt uns ein paar beindruckende Zahlen. Vor dem katastrophalen Einsturz umfasste das Archiv 1.100 Jahre Geschichte und stellte mit seinen 700 Jahren ununterbrochener Sammlungstätigkeit eines der bedeutendsten, historischen Archive Europas dar. 30.000 Regalmeter Akten, 65.000 Urkunden aus dem Mittelalter und der frühen Neuzeit, allein 1.800 mittelalterliche Handschriften.
Wir waren fasziniert von der unglaublichen Sysiphus-Arbeit der Restaurationsbemühungen. In klimatisierten, staubfreien Hallen arbeitet unermüdlich eine ganze Heerschar weiß bekittelter Menschen, um das Gedächtnis der Stadt Köln wiederherzustellen.
Erstaunlich teilweise die Vorgehensweise. Nach dem Einsturz des Archivs lag praktisch alles unter Trümmern in einem riesigen Schlammloch. Die Dokumente wurden mit dem Bagger ans Tageslicht gefördert und zunächst mit Wasser abgespült, um den gröbsten Dreck abzuwaschen. Nach reiflicher Überlegung hatte man sich geeinigt, dies sei noch die schnellste und sanfteste Methode, um die schlimmsten Verunreinigungen zu entfernen.

Und um eine dieser Handschriften (siehe im Bild) ging es ja im Roman „Die Vierte Zeugin“. Denn „unser“ Dokument, eine alte Gerichtsakte aus dem Jahre 1535 existiert tatsächlich und konnte durch die Spenden des Autorenkreises Quo Vadis restauriert werden. Dieses alte und nun gerettete Pergament vor uns zu sehen, das war schon ein bewegender Augenblick. Ein gutes Gefühl, dass wir Autoren mit unserem Roman ein wenig dazu beitragen konnten, die gewaltigen Restaurierungsarbeiten der Stiftung zu würdigen und populärer zu machen.

Von links nach rechts: Dr. Stefan Lafaire, Tanja Schurkus, Jürgen Roters, Caren Benedikt, Katrin Burseg, Ulf Schiewe, Peter Prange, Marlene Klaus, Lena Falkenhagen, Heike Koschyk, Oliver Pötzsch, Alf Leue, Martina André, Titus Müller. Foto: Philipp Müller
Weitere Links:
Website des Romans: Die Vierte Zeugin
Der Empfang im Rathaus: „Botschafter des Kölner Stadtarchivs“
Jetzt hassen sie wieder
23/09/12 12:30 Abgelegt in:Aktualität, Recherche
Religionen scheinen wieder im Vormarsch zu sein. Allerdings in ihrer hässlicheren Form, den Hasstiraden von fundamentalistischen Glaubensfanatikern. Die findet man unter islamischen Minderheiten, die den Gottesstaat errichten wollen und die Massen zu Gewaltakten anpeitschen, wie wir sie täglich wieder im Fernsehen sehen können. Aber in verminderter Form auch unter amerikanischen Fundamentalisten, die die Erkenntnisse der Evolutionswissenschaften bestreiten und die amerikanische Demokratie so vergiften, dass das Land fast unregierbar wird.
Wir schütteln über Islamisten den Kopf, dabei haben wir uns in der jüngeren Geschichte doch selbst von Hassreden verführen lassen. Da ging es um eine seltsame Rassenideologie. Aber auch religiöser Hass sollte uns Europäern nicht fremd sein. Wie viel Blut ist in unserer Geschichte über viele Jahrhunderte aus religiösen Motiven vergossen worden. Wenn man über die Zeit der Kreuzzüge schreibt, wird einem dies besonders deutlich. Während meiner Recherchen zu „DIE HURE BABYLON“ war ich schockiert zu lesen, mit welchen Argumenten da gearbeitet wurde. Und wie zeitnah dies immer noch ist.
Nach dem verlustreichen Ersten Kreuzzug hatten die Menschen fünfzig Jahre lang eigentlich die Nase voll von Krieg im Orient, weshalb der Papst mit seinem Aufruf 1246 zum Zweiten Kreuzzeug zunächst niemand hinter dem Ofen hervorlocken konnte. Dann trat der mächtige Abt Bernhard von Clairvaux (später geheiligt) auf den Plan und fachte das Feuer an. Ein großartiger Redner. Ein Menschenverführer, Hassprediger und Einpeitscher der Massen, ein wahrer Göbbels des Mittelalters.
Nachdem das christliche Edessa im Osten gefallen war, baute er geschickt ein Feindbild gegen die „Ungläubigen“ auf. Dass denen dieser Schlag überhaupt gelungen war, sei nur auf die Sündhaftigkeit der Christen zurückzuführen. „Deja vu“, denn das ist ein Argument, das auch die islamischen Fundamentalisten gebrauchen. Und warum zerstöre Gott nicht einfach die Ungläubigen, ist er denn nicht allmächtig? Gute Frage! Bernhards Antwort: weil er euch Sündern die Gelegenheit geben will, euch von der Sünde zu befreien und eure Treue zu Gott zu beweisen. „Statt einer Legion von Engeln schickt er euch, um die Sarazenen zu bestrafen.“
Er spielt also mit dem jüdisch-christlichen Sündenverständnis und Schuldgefühlen, die man den Menschen jahrhundertelang eingeredet hat. Jeder, der ein Schwert zu führen wisse, solle sich den Kriegern Christi anschließen. Und dann gibt es Zitate wie:
„Ein Ritter Christi tötet mit gutem Gewissen. Und noch ruhiger stirbt er selber, denn wenn er stirbt, kommt er ins Himmelreich. Wenn er tötet, nützt er Christus. Für Christus grausam zu sein, ist die höchste Stufe der Seligkeit.“
Hört sich das alles nicht sehr aktuell an?
Und später, als das Kreuzfahrerheer ausgezogen war, freut er sich über seinen Propagandaerfolg. In den Städten gäbe es jetzt nur noch die Witwen noch lebender Männer. Kanonenfutter also.
Die wahren Motive der Kirche waren auch damals natürlich weniger religiös, als man meinen könnte. In Wirklichkeit ging es um Machtansprüche, um Politik gegenüber dem byzantinischen Kaiserreich, um Land und um den überaus lukrativen Orienthandel.
Religion ist immer am gefährlichsten, wenn sie sich mit Politik vermischt, wenn sie als Machtmittel benutzt wird, um die Massen zu verführen und zu mobilisieren. Gefährlicher und elender als alles andere, denn sie gibt den gläubigen Menschen eine Rechtfertigung für alle Grausamkeiten, die ihnen einfallen könnten, ja ermutigt sie geradezu darin. Denn der fanatisierte Gläubige wähnt sich besser als andere und im vollen Recht, für seinen Gott grausam zu sein.
Wenn wir glauben, so etwas haben wir in unseren säkularen Staaten längst hinter uns gelegt, dann ist das nicht richtig. Diese Geisteshaltung begegnet uns heute häufiger denn je, George Bush eingeschlossen.
Das war mit ein Grund, warum „DIE HURE BABYLON“ diesen Titel hat und warum das Buch mehr als nur ein Abenteuerroman geworden ist, sondern auch eine Abrechnung mit jeder Art von fanatischen Verführungsparolen, die nur zu mehr menschlichem Elend führen.
Wir schütteln über Islamisten den Kopf, dabei haben wir uns in der jüngeren Geschichte doch selbst von Hassreden verführen lassen. Da ging es um eine seltsame Rassenideologie. Aber auch religiöser Hass sollte uns Europäern nicht fremd sein. Wie viel Blut ist in unserer Geschichte über viele Jahrhunderte aus religiösen Motiven vergossen worden. Wenn man über die Zeit der Kreuzzüge schreibt, wird einem dies besonders deutlich. Während meiner Recherchen zu „DIE HURE BABYLON“ war ich schockiert zu lesen, mit welchen Argumenten da gearbeitet wurde. Und wie zeitnah dies immer noch ist.

Nachdem das christliche Edessa im Osten gefallen war, baute er geschickt ein Feindbild gegen die „Ungläubigen“ auf. Dass denen dieser Schlag überhaupt gelungen war, sei nur auf die Sündhaftigkeit der Christen zurückzuführen. „Deja vu“, denn das ist ein Argument, das auch die islamischen Fundamentalisten gebrauchen. Und warum zerstöre Gott nicht einfach die Ungläubigen, ist er denn nicht allmächtig? Gute Frage! Bernhards Antwort: weil er euch Sündern die Gelegenheit geben will, euch von der Sünde zu befreien und eure Treue zu Gott zu beweisen. „Statt einer Legion von Engeln schickt er euch, um die Sarazenen zu bestrafen.“
Er spielt also mit dem jüdisch-christlichen Sündenverständnis und Schuldgefühlen, die man den Menschen jahrhundertelang eingeredet hat. Jeder, der ein Schwert zu führen wisse, solle sich den Kriegern Christi anschließen. Und dann gibt es Zitate wie:

Hört sich das alles nicht sehr aktuell an?
Und später, als das Kreuzfahrerheer ausgezogen war, freut er sich über seinen Propagandaerfolg. In den Städten gäbe es jetzt nur noch die Witwen noch lebender Männer. Kanonenfutter also.
Die wahren Motive der Kirche waren auch damals natürlich weniger religiös, als man meinen könnte. In Wirklichkeit ging es um Machtansprüche, um Politik gegenüber dem byzantinischen Kaiserreich, um Land und um den überaus lukrativen Orienthandel.
Religion ist immer am gefährlichsten, wenn sie sich mit Politik vermischt, wenn sie als Machtmittel benutzt wird, um die Massen zu verführen und zu mobilisieren. Gefährlicher und elender als alles andere, denn sie gibt den gläubigen Menschen eine Rechtfertigung für alle Grausamkeiten, die ihnen einfallen könnten, ja ermutigt sie geradezu darin. Denn der fanatisierte Gläubige wähnt sich besser als andere und im vollen Recht, für seinen Gott grausam zu sein.

Das war mit ein Grund, warum „DIE HURE BABYLON“ diesen Titel hat und warum das Buch mehr als nur ein Abenteuerroman geworden ist, sondern auch eine Abrechnung mit jeder Art von fanatischen Verführungsparolen, die nur zu mehr menschlichem Elend führen.
Wie können zwölf Autoren an einem Roman schreiben?
12/09/12 19:07 Abgelegt in:Meine Romane, Schreiben
Letztes Jahr wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, an einem Gemeinschaftsprojekt für einen historischen Roman mitzuwirken.
Ein ungewöhnliches Angebot, das mich neugierig machte. Zumal die Grundlage des Projekts ein echtes, gerettetes Dokument aus dem unglücklichen Kölner Stadtarchiv darstellte, dessen Restaurierung durch Benefizlesungen der Autorenvereinigung Quo Vadis finanziert worden war. Lebendige Geschichte sozusagen.
Also war ich spontan einverstanden mitzumachen.
Ein bisschen vorschnell, denn nach einer Weile bekam ich doch Bedenken. Wie sollte es möglich sein, überhaupt ein kohärentes Plot zusammenzubekommen ohne endlose Diskussionen oder gar Streitereien? Und was wäre, wenn es am Ende vorne und hinten nicht zusammenpasste? Beim Film nennt man das "script continuity", das heißt von Szene zu Szene muss die Tasse am richtigen Ort stehen, die Krawatte des Schauspielers gleich schief sitzen und er kann die Figur nicht plötzlich anders darstellen, nur weil er am zehnten Drehtag eine andere Idee hatte.
Aber was soll's, ich hatte schließlich zugesagt.

Doch was Alf Leue und Heike Koschyk, die beiden Herausgeber und Mitautoren schließlich auf die Beine stellten, war schlicht grandios. Alles war minutiös vorgeplant, ein detailliertes Storyboard stand zur Verfügung, Hintergrundmaterial und Einiges mehr an Recherchen.
Das Konzept, um die besagten Probleme zu lösen, war einfach aber effektiv. Tanja Kinkel und Peter Prange waren für Prolog und Epilog zuständig, und die restlichen Autoren bekamen jeder eine Figur zugeteilt, die sie im gemeinsamen Figurenplan zu entwerfen und aus deren Sicht sie jeweils zwei Kapitel der Geschichte zu erzählen hatten. Alf und Heike achteten mit Argusaugen, dass die Regeln eingehalten wurden und sich alles nahtlos ineinanderfügte.
Eine Riesenarbeit für die beiden, aber ich glaube, es hat sich gelohnt. Die unterschiedlichen Schreibstile stören keinesfalls, denn sie unterstreichen im Gegenteil die eigene Sichtweise und Eigenart der jeweiligen Figur. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie sich jeder selbst überzeugen kann, denn der Roman ist inzwischen unter dem Titel "Die Vierte Zeugin" beim Aufbauverlag erschienen. Es gibt sogar eine Website (Die Vierte Zeugin). Und hier der Link zu Amazon.
Ein ungewöhnliches Angebot, das mich neugierig machte. Zumal die Grundlage des Projekts ein echtes, gerettetes Dokument aus dem unglücklichen Kölner Stadtarchiv darstellte, dessen Restaurierung durch Benefizlesungen der Autorenvereinigung Quo Vadis finanziert worden war. Lebendige Geschichte sozusagen.
Also war ich spontan einverstanden mitzumachen.
Ein bisschen vorschnell, denn nach einer Weile bekam ich doch Bedenken. Wie sollte es möglich sein, überhaupt ein kohärentes Plot zusammenzubekommen ohne endlose Diskussionen oder gar Streitereien? Und was wäre, wenn es am Ende vorne und hinten nicht zusammenpasste? Beim Film nennt man das "script continuity", das heißt von Szene zu Szene muss die Tasse am richtigen Ort stehen, die Krawatte des Schauspielers gleich schief sitzen und er kann die Figur nicht plötzlich anders darstellen, nur weil er am zehnten Drehtag eine andere Idee hatte.
Aber was soll's, ich hatte schließlich zugesagt.

Doch was Alf Leue und Heike Koschyk, die beiden Herausgeber und Mitautoren schließlich auf die Beine stellten, war schlicht grandios. Alles war minutiös vorgeplant, ein detailliertes Storyboard stand zur Verfügung, Hintergrundmaterial und Einiges mehr an Recherchen.
Das Konzept, um die besagten Probleme zu lösen, war einfach aber effektiv. Tanja Kinkel und Peter Prange waren für Prolog und Epilog zuständig, und die restlichen Autoren bekamen jeder eine Figur zugeteilt, die sie im gemeinsamen Figurenplan zu entwerfen und aus deren Sicht sie jeweils zwei Kapitel der Geschichte zu erzählen hatten. Alf und Heike achteten mit Argusaugen, dass die Regeln eingehalten wurden und sich alles nahtlos ineinanderfügte.
Eine Riesenarbeit für die beiden, aber ich glaube, es hat sich gelohnt. Die unterschiedlichen Schreibstile stören keinesfalls, denn sie unterstreichen im Gegenteil die eigene Sichtweise und Eigenart der jeweiligen Figur. Das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie sich jeder selbst überzeugen kann, denn der Roman ist inzwischen unter dem Titel "Die Vierte Zeugin" beim Aufbauverlag erschienen. Es gibt sogar eine Website (Die Vierte Zeugin). Und hier der Link zu Amazon.